Dienstag, 28.12.2004 

Wir fliegen dem Morgen Australiens entgegen, oder ist es nun Nacht? Durch zehn Stunden Zeitverschiebung sind wir etwas durcheinander, was dies betrifft, aber die vielen neuen Eindrücke in einem vollkommen fremden Land, 22 Flugstunden von der Heimat entfernt, halten uns wach.

Nach einer herzlichen Begrüßung durch einige der australischen Schüler und Linton Fergusson, den "Programmplaner unseres Aufenthaltes", fahren wir ca. zwei Stunden in das nördlich von Melbourne gelegene Städtchen Shepparton mit rund 20.000 Einwohnern. Durch eine kleine Empfangszeremonie mit knuffigen Stoff-Koala-Bären und einer ungezwungenen, herzlichen Begrüßung durch die australischen Gastgeber fühlen wir uns gleich wohl und willkommen, und so ist es kein Problem, die restlichen Stunden des Tages alleine oder zu zweit in den Gastfamilien zu verbringen. Bei australischem Essen, Gesprächen und dem Kennen lernen australischer Lebensgewohnheiten geht die Zeit schnell herum und eine Dusche und Bett sind nach zwei Tagen "Unterwegssein" angenehme Dinge, die wir gerne in Anspruch nehmen.

Mittwoch, 29.12.2004

Ein wenig enttäuscht wirkt Ulli schon, als wir ihn heute Morgen eher nebenbei begrüßen, ohne im Geringsten Notiz von seinem heutigen Geburtstag zu nehmen. Als dann aber anstatt des zweiten andirigierten Liedes ein vierstimmiges "Happy Birthday" erklingt, ist eigentlich nichts mehr hinzuzufügen - Musik ist halt manchmal mehr!

Die Probe ist lang und anstrengend, doch als wir erfahren, dass "the audience on new years eve shall be nearly 20000 people", steigt die Motivation des Weiterprobens. Mittags trifft man sich ungezwungen am See zum Picknicken und es ist erstaunlich, was australische Gastgeber ohne viel Aufsehen auf die Beine stellen. Sogar ein "Mud-Cake", einer der kalorienhaltigsten Schokokuchen, die es wohl gibt (und für Ullis Schokogeschmack natürlich genau das Richtige), wird gezaubert und man teilt so, dass für alle etwas übrig ist. Da sich die deutschen Gäste in den Gastfamilien sehr wohl fühlen, ist es eine gute Gelegenheit, den restlichen Tag dort zu verbringen, und die Aktivitäten reichen von Bowlen über Schwimmen bis hin zu Stadtbummel und Sehenswürdigkeiten ansehen. Die Schule hat für uns eine nette Liste von Dingen zusammengestellt, die man unbedingt kennen lernen sollte, und wir können schon Folgendes verzeichnen:

  • VEGEMITE = nahrhafte "Maggi-Paste", die dick aufgetragen BRRRRR? schmeckt, aber unheimlich gesund sein soll.
  • GALAH = oft anzutreffender Vogel, der Geräusche macht, als ob er jemanden auslacht.
  • GUM TREE = Eukalyptusbaum, die häufigste Baumart Australiens. Mal sehen, wann wir die nächsten "australischen Vokabeln" mit Leben füllen können...

Donnerstag, 30.12.2004

Ein herrlicher Sonnentag! Man fährt an geschmückten Tannenbäumen vorbei und muss die Sonnenbrille aufsetzen, um nicht geblendet zu werden. "Da stimmt was mit ihrem Gefühl nicht", würde Loriot jetzt sagen!!!

Heutiges Ziel ist der Kyabram-Fauna-Park, wo wir Vertreter sämtlicher einheimischen Tiere des Landes sehen können. Von sich um nur Millimeter am Tage bewegenden Koalas bis zu lustig hüpfenden Kängurus; von Taschen ausräumenden Kakadus bis zu diversen Schlangenarten ist alles vorhanden, und wir lernen bei jeder Menge Spaß nicht nur besser Englisch, sondern auch die Natur des Landes kennen. Das anschließende Barbecue ist große Klasse: völlig unkompliziert sitzt man auf mitgebrachten Picknickdecken bei allerlei australischen Köstlichkeiten zusammen, grillt, spielt Kricket (bzw. lernt die verheerend komplizierten Regeln) und genießt die Zeit.

Das Kräfte sammeln ist auch nötig, denn die nächsten vier Stunden Probe sind hart: ein geeignetes "Openair-Programm" der Stücke ist zusammenzustellen und im Vorfeld der Reise lediglich per Post an die Teilnehmer versendete Stücke sind gemeinsam zu proben. Abends sitzt man gegen 21.00 Uhr in T-Shirt und kurzer Hose im Garten und spürt einfach den australischen Sommer, Gastfreundschaft und dass Musik verbindet.

Freitag, 31.12.2004

Wir verbringen viel Zeit in den Gastfamilien, was eine sehr gute Erfahrung ist, denn nur so kann man wahres australisches Leben kennen lernen und weiß plötzlich auch, warum man Fremdsprachen lernt. Da steht man nun auf der australischen Post und versteht einfach nicht, wie die verflixten Telefonkarten funktionieren. Die Menschen hier wirken sehr offen, freundlich und hilfsbereit und man fühlt sich nicht als Fremder; vielleicht mag das daran liegen, dass viele ihre Ursprünge als Fremde in diesem Land haben, da Australien fast nur aus Einwanderern besteht, und der englische Einfluss auch deutlich an Architektur, Straßennamen und Lebensgewohnheiten spürbar ist.

Nach kurzer Anspielprobe und "Sound-Check" auf der Bühne in Mooroopna, wo das heutige Silvesterkonzert stattfinden wird, liefern wir gegen 20.00 Uhr ein gutes und gelungenes Programm ab; eine lockere aber dennoch begeisterte Atmosphäre der Zuschauer erwartet uns, und das Musizieren macht Spaß. Unser Programm reicht von Schlagern über Filmmusik bis zu australischen "Hits", kommt gut an und unsere australischen Gastschüler sind im "Bravo" und "Zugabe" rufen eine Wucht.

Anschließend geht es bei der Silvesterparty in Russells "Scheerscheune" rustikal und herzlich zu. Die Bigband der Highschool sorgt für die musikalische Untermalung des Abends, und die Gastgeber sind mit allen nötigen "Barbecue-Utensilien" bewaffnet, die man sich nur denken kann. Eine besondere ßberraschung ist es, als Ulli und Björn zum Jahreswechsel das traditionelle australische "Jahreswechsellied" "Auld lang syne" spielen. Ebenso ungewöhnlich ist, dass wir das Jahr 2005 zehn Stunden vor deutscher Zeit begrüßen - ein Jahreswechsel, der uns sicherlich lange in Erinnerung bleiben wird.

Samstag, 01.01.2005

Guten Morgen Australien und Prost Neujahr Deutschland! Das Wetter ist heute eher durchwachsen und es bleibt Zeit, den Tag in den Gastfamilien zu verbringen, bis wir uns zum abendlichen Auftritt im Retired Soldiers League Club Shepparton treffen. So lernen einige einfache Beats am Schlagzeug, andere werden Farmer-Experten, indem sie Melkmaschinen-Ausstellungen besuchen, und wieder andere lassen es sich an Bergseen oder zu Hause gut gehen. Der "Erholungstag" wird mit einem abendlichen Restaurantbesuch abgeschlossen, und gut gestärkt spielen wir unser zweites Konzert, das begeistert aufgenommen wird und durch das spontane gemeinsame Musizieren beider Gruppen mit der inoffiziellen australischen Nationalhymne "Waltzing Mathilda" seinen krönenden Abschluss findet.

Bianca Nolte

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Hersfelder Zeitung, 03.01.2005: Bei 25 Grad ins neue Jahr

Während hierzulande die Silvestervorbereitungen noch auf Hochtouren liefen, ließen 30 junge Waldhessen am anderen Ende der Welt schon mal die Korken knallen. Im australischen She...Mehr...

Ankunft in Shepparton
Erste gemeinsame Probe
Pelikan
Geburtstagstorte für Ulli
Das faulste Tier der Welt
Im Fauna-Park von Kyabram
Kakadu
Känguru
Barbecue
Silvesterkonzert in Mooroopna
Silvesterkonzert in Mooroopna
'Auld Lang Syne' zu Silvester
Silvesterfeier bei 25°C
Konzert im RSL-Club
Jutta
Konzert im RSL-Club
Gemeinsames Schlussstück

Shepparton News, 29.12.2004: Pelikane, Musik und Feuerwerk als Attraktionen

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