Donnerstag, 06.01.2005

Vor der morgigen langen Busfahrt haben wir heute Zeit in den Gastfamilien, um neue australische Dinge zu erleben und zu genießen. Neu gelernte "Australien-Vokabeln" sind:

  • PAVLOVA = ein irrsinnig leckeres, kalorienreiches Baiser-Sahne-Obstgemisch, das man immer weiter essen könnte.
  • MEAT-PIE = ein mit Hackfleisch gefüllter Teigkuchen, nach dessen Verzehr man keine weitere Mahlzeit am Tag mehr benötigt.

Um 18.00 Uhr beginnt die offizielle Verabschiedungsfeier mit allen Gasteltern und Schülern. Für uns sehr interessant und fremd ist es, als ein Aborigine mit seinen beiden Söhnen Didgeridoo spielt und rituelle Tänze aufführt bzw. anschließend seine Waren verkauft. Man taucht bei diesen Eindrücken in eine ganz andere, unvorstellbare Welt und es ist für uns sehr interessant, einen Einblick in diese Kultur haben zu dürfen. Anschließend zeigen wir unseren Gastgebern einige Bilder von Deutschland, damit sich die Schüler, die im Sommer zu uns kommen werden, ein Bild von ihrer Reise machen können; Eltern und Schüler sind sehr interessiert. Dass Deutschland vor noch nicht allzu langer Zeit geteilt war, ist für die allerwenigsten Australier besonders aufgrund ihres Freiheitsdenkens vorstellbar ? Die deutschen Gäste bekommen dann persönlich eine Urkunde über die Teilnahme an diesem Austausch ausgehändigt, was hier in Australien anscheinend einen sehr hohen Stellenwert hat. Eine deutsch-australische Musikdelegation sorgt für die musikalische Unterhaltung, und so beschließt man den Abend.

Freitag, 07.01.2005

Der Abschied von den australischen Gastgebern fällt allen recht schwer und es kullern einige Tränen, bevor der Bus Richtung Sydney abfährt. Wir überqueren den Grenzfluss Murray und verlassen somit Victoria und befinden uns nun im Bundesstaat New South Wales. Durch wunderschöne Landschaften und kilometerlange, kerzengerade Straßen fahren wir der Sonne entgegen und stoppen in Ettamogah Pub, einer witzigen Comic-Kneipe, in Gundagi/Five Mile Creek und in Goulburn, einer Gegend, in der das Merino-Schaf angesiedelt ist und wo die Verarbeitung der Wolle einen hohen Stellenwert einnimmt.

Gegen Abend erreichten wir Sydney und vom Sydney-Tower begrüßt uns die Stadt in ihrer vollen Pracht. Wir können uns kaum satt sehen an den vielen Hafeneinbuchtungen und dem wunderschönen Lichtermeer. Eine Media-Vorführung über wichtigste "Besonderheiten" des fünften Kontinents wie z.B. Aborigines und deren Kultur, die vielfältigen Pflanzen und Tierarten des Landes, das Leben im Outback und andere interessante Themen gibt uns noch einmal zusammengefasst Informationen über Land und Leute. Unsere Unterkunft, das Backpacker-Hostel im Zentrum Sydneys, erweist sich als praktisch und gut, und so kommen wir auf unserer Fahrt sogar in den Genuss, ein wenig in das Leben eines "Rucksackreisenden = Backpacker" hineinschnuppern zu können.

Samstag, 08.01.2005

Das Leben eines Rucksackreisenden bedingt als erste Grundregel, immer eine Hose mit Taschen zu haben, denn nur mit einer Art Zugangskarte, die man immer dabei haben sollte, kann man sowohl sein Zimmer als auch Duschen, Toiletten etc. öffnen, weshalb dieses kleine Kärtchen von großer Wichtigkeit ist. Beim Frühstück entscheidet man sich für eine der drei Frühstücksarten je nach Geldbeutel und Geschmack und ist dann gut gerüstet für den Tag.

Letzterer beginnt damit, Fotos vor der weltberühmten Oper Sydneys zu machen; seit Jahren hat es zu dieser Jahreszeit nicht geregnet, aber?wie kann es anders sein: heute ist dies der Fall, und da wir die 12-Apostel-Lektion gut gelernt haben, bringen wir uns und unsere Auftrittsklamotten frühzeitig in Sicherheit. Am Darling Harbour, einem Teilstück des Hafens, haben wir unseren letzten Auftritt hier in Australien, und wie es sich gehört, kommt auch während des Spielens die Sonne zum Vorschein. Besonders schön und erfreulich ist es für uns, dass sich viele ehemalige Deutsche auf den Weg gemacht haben (ein ehemaliger Bad Hersfelder sogar von Canberra!), um uns zu sehen und zu hören.

Da die Auftritte stets gut von unseren australischen Gastgebern organisiert sind, ist nach dem Konzert wieder schnell alles in den Bus verladen und wir haben Zeit, uns in das Leben Sydneys zu stürzen. Einige fahren mit der Fähre nach Manly Beach und genießen dort das Strandleben und die Sommersonne, während andere per Führung das Opernhaus in Sydney erkunden, das ein imposantes Bauwerk darstellt. Jeder hat die Gelegenheit, die Stadt auf seine Art und Weise kennen zu lernen, per Rad, bei Besichtigungen von Kirchen, beim Bummeln durch die Geschäfte - fest steht, dass die Stadt trotz ihrer 4 Millionen Einwohner nicht hektisch und laut wirkt und sich mit ihrem einzigartigen Flair von vielen anderen Städten abhebt.

Im Aquarium tauchen wir in die Welt des nachgestellten Great-Barrier-Reefs ab und erleben exemplarisch die wundervolle Unterwasserwelt Australiens. Auch die Party- bzw. Rotlichtmeile der Stadt lassen wir am Abend nicht aus, wobei aber nur die reine Nahrungsaufnahme, die Suche nach besonders urigen Restaurants, dafür Grund ist. Immer wieder gibt es auch an diesem Abend neue Lebensweisen und Gewohnheiten zu entdecken: So kann man in den meisten Restaurants keine alkoholischen Getränke bestellen; es stellt aber überhaupt kein Problem da, von der gegenüberliegenden Kneipe Spirituosen mitzubringen und diese dann ohne Problem zum bestellten Essen zu konsumieren, was in Deutschland nicht denkbar wäre. Das Lichtermeer von der Hudson-Bridge ist nicht in Worte zu fassen?man muss es einfach gesehen und erlebt haben...

Sonntag, 09.01.2005

Nach Duschen, Frühstück und Bus beladen können wir noch mal unseren Kaufrausch auf "Paddys Market", einer Halle voller Händler und Stände, ausleben und letzte australische Dollars unter das Volk bringen, was aufgrund der niedrigen Preise richtig Spaß macht. Stubby-Holder (zum Kühlen von Bierflaschen), Kuschelkängurus, Bumerangs, Didgeridoos und australische Delikatessen - alles wandert noch in die letzten Lücken der Koffer, bevor wir zum Einchecken zum Airport müssen. Viele Stunden Flug mit Zwischenstop in Hongkong warten auf uns - keine so schöne Vorstellung! Ob die Zeit während des Fluges nun schnell oder langsam herumgeht, kann man schlecht beurteilen, denn wir fliegen zwar 22 Stunden, brauchen dafür aber nur 11 Stunden, stellen wir in Frankfurt mit Blick auf die Uhr fest - die Welt gibt doch immer wieder Rätsel auf!

Als wir aber schließlich am Montagmorgen wieder deutschen Boden unter den Füßen haben und Richtung Bad Hersfeld rollen, freuen wir uns trotz der schönen Zeit auf zu Hause (zumal für alle anderen der Schulalltag wieder beginnt und uns für heute eine Schonfrist bleibt). Eine wunderschöne Reise mit vielen kleinen und großen Erinnerungen liegt hinter uns und wir freuen uns schon jetzt auf ein Wiedersehen mit den neu gewonnen Freunden und Bekannten im Juli 2005, wenn 43 Schülerinnen und Schüler in Begleitung einiger Lehrer nach Deutschland kommen werden. Ein großes "THANK YOU" an Ulli, der diese Reise wieder mit viel Engagement, vielen Stunden Vorarbeit und Planung auf die Beine gestellt hat. Wir sind schon gespannt, was er demnächst für Pläne hat!

Bianca Nolte

Zum Überblick...

Hersfelder Zeitung, 13.01.2005: Mit Waltzing Matilda begeistert

Der Jetlag ist so gut wie überwunden, die Eindrücke sind jedoch bei weitem noch nicht verarbeitet: Drei Tage nach ihrer Rückkehr aus Australien kommen die Mitglieder des Bläser...Mehr...

Der neue Kreisanzeiger, 16.01.2005: Kein Heimweh in "Down under"

Die musikalischen Leistungen des Blechbläserensembles der Modellschule Obersberg und der Konrad-Duden-Schule finden inzwischen weltweite Anerkennung. Auf Empfehlung und mit Unters...Mehr...

Abschiedsparty in Shepparton
Die Organisatoren
Urkunde für Jan
Fahrt nach Sydney
Hotel am Straßenrand
Blick vom Sydney Tower
Blick vom Sydney Tower
Opernhaus
Circular Quay
Opernhaus und Hafenbrücke
Konzertvorbereitung
Konzert am Darling Harbour
Fahrt mit der Fähre
Haie im Sydney Aquarium
Opernhaus
Hafen
Tschüss Lennart
Tschüss Australien
Auf eine beeindruckende Reise!

Aus dem Newsletter der Shepparton High-School:

High School Newsletter

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