B: Himalaya

Sonntag, 30.03.2003

Allmählich gewöhnen wir uns an den wenigen Schlaf, denn auch heute ist um 5.00 Uhr morgens wieder Abfahrt. Mit dem für eine Woche gemieteten Bus plus eines Busfahrers, den so schnell nichts aus der Ruhe bringt, sowie seines "Adjutanten" für den Notfall (das sind im Falle der indischen Verkehrsmittel alle unvorhergesehenen verkehrstechnischen Probleme von abgerissenem Keilriemen bis störrischer Kuh auf der Straße) verlassen wir Delhi und starten zu einer über 13-stündigen Busfahrt Richtung Himalaya. Die Eindrücke, die wir auf dieser Fahrt sammeln, sind gigantisch: vom enormen Verkehrsaufkommen in Delhi mit Händlern und Bettlern, die die Straßenränder säumen, über bäuerliche Gegenden mit Reisfeldern, Kuhfladen-Hütten und unvorstellbar armen Menschen bis zur Himalaya-Gegend mit aufsteigenden Bergen und wesentlich mehr Idylle und Ruhe.

Ein kurzer Mittagsstopp in einem für die Gegend wahrscheinlich schon luxuriösen Hotel lässt uns deutsche Toiletten und einen frischen Schluck Mineralwasser vermissen, und wir lernen sehr schnell, nur verpackte Dinge und gekochtes Wasser anstatt Obst, ungekochte Milch oder Salat womöglich noch im Straßenverkauf zu uns zu nehmen. Umso glücklicher sind wir deshalb darüber, dass wir in dem Bundesstaat Uttaranchal ankommen und die Gastgeber wieder einmal ein tolles Hotel mitten in den Bergen für uns ausgesucht haben. Nach einem kurzen Ausflug in die kleine, noch vom britischen Kolonialstil geprägte Stadt Nainital, wo die Temperaturen aufgrund der Höhenlage den deutschen ähnlich sind, genießen wir indische Köstlichkeiten beim abendlichen Buffet im Hotel und freuen uns, morgen bis 7.00 Uhr "ausschlafen" zu dürfen.

 

Montag, 31.03.2003

"Wenn Engel reisen..." ? Fakt ist jedenfalls, dass die letzten fünf Tage sehr schlechte Sicht im Himalaja herrschte und erst durch das gestrige Gewitter die Sicht völlig klar und wunderschön geworden ist. So wird uns nach zweistündiger Serpentinen-Jeep-Fahrt am Aussichtspunkt Mukteshwar ein gigantischer Anblick geboten: wir selbst befinden uns schon auf 2286 Meter Höhe, doch wenn man in ca. hundert Kilometer Entfernung die 8000-er in blütenweißer Pracht glitzern sieht, ist das Gefühl von Freiheit und Frieden unbeschreiblich, auch wenn uns natürlich allen der Pakistan-Indien-Konflikt, der sich alleine schon um den Besitz dieser Berge abspielt, bewusst ist. Wir liegen hier mit einer Tasse Tee, blinzeln der Sonne entgegen und hoffen, dass der Moment nicht so schnell vorbei geht...

...doch irgendwann geht er natürlich vorbei, und mit dem ständigen Dieselgestank in der Nase (gut, dass wir heute noch kein Konzert haben, denn die Luft würde sonst knapp werden!) schrauben wir uns in unseren Jeeps wieder Richtung Hotel; vorbei an Kindergruppen, die auf ihre Schulbusse warten und in Schuluniformen unseren Weg säumen und das Gefühl einer "heilen Welt" noch verstärken. Nach dem Essen heißt es wieder "AUF GEHT`S" ? das berühmtberüchtigte Signalwort unseres Chorleiters - diesmal Signal für alle, die Koffer zu packen, und langsam werden wir geübter und schneller, die Kofferinhalte allerdings auch zunehmend unordentlicher. Außer Kofferpacken haben wir jedoch wenig zu tun, denn als Gast muss man hier weder seinen Koffer aus dem Hotel schleppen noch in den Bus tragen; ein komisches Gefühl, an das man sich erst gewöhnen muss.

Bianca Nolte

Weiter in den Dschungel...

 

Der heilige Fluss "Ganges"
Jeep Tour
Vor dem Dach der Welt
Meditation
Schulkinder im Himalaya
Entspannung vor der Abreise
Zug

Hersfelder Zeitung, 05.04.2003: Ausflug in den Dschungel

Noch die Eindrücke des Delhi-Aufenthaltes im Kopf traten wir den nächsten Teil unserer Reise an, der uns über 300 Kilometer weit ins Himalaya-Gebirge und den Jim Corbett-Nationa...Mehr...

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