Dienstag, 17. Juli 2007

Mit müden Augen und gespannt auf das ferne Land der Kakteen und Sombreros treffen wir uns um 3 Uhr nachts am nebligen Obersberg, um uns gemeinsam mit unserem Dirigenten Ulli wieder einmal auf den Weg zu machen, einen fernen Kontinent zu bereisen: "Vamos a Mexiko!"

Diesmal von Düsseldorf aus besteht die erste Etappe unserer Reise aus zehn Flugstunden nach Atlanta, USA. Dort angekommen verkürzen wir uns den sechsstündigen Aufenthalt in den Restaurants und Cafés der Flughafenhalle. Der erste Schock erwartet uns, als wir am Gate für unseren Weiterflug nach Mexiko-City ankommen und erfahren, dass für unser Flugzeug keine Crew bereitsteht. Unsere Wartezeit verlängert sich somit nochmals um zwei Stunden.

Gute Aussicht haben wir auf das, was uns den zweiten Schock bereitet: Wir müssen mit ansehen, wie unser Gepäck, insbesondere die wertvollen Instrumente, mit viel Liebe und Sorgfalt vom Flughafenbodenpersonal auf das Verladeband geknallt wird. In dieser Situation bangen und hoffen wir, dass die Koffer halten und unseren heißgeliebten Instrumenten nichts passiert.

Der Pilot erreicht schließlich das Gate und es kann endlich weitergehen nach Mexiko-City, wo wir um Mitternacht ankommen. Doch was nun? Wir stehen in der Flughafenhalle der Millionenstadt, verstehen kein Spanisch und bemühen uns, Koffer und Gedanken beisammen zu halten. Plötzlich erspähen wir in der hintersten Ecke der riesigen Halle ein Schild mit leuchtend rosa Buchstaben: "Willkommen Ulli"! Erleichtert atmen wir auf und lassen uns bereitwillig von den drei mexikanischen Studenten zum Shuttlebus des Flughafenhotels Ramada bringen. Nach Aufteilung der Zimmer fallen wir erschöpft aber glücklich in die fremden, luxuriösen Betten.

Mittwoch, 18. Juli 2007

An diesem Morgen stärken wir uns mit einem sensationellen europäischen Frühstück und warten dann mit gepackten Koffern in der Hotellobby, bis es auch die Letzten (u.a. Ulli) aus dem Whirlpool in die Wartehalle geschafft haben. Durch Hilfe der freundlichen Kofferträger verläuft die Fahrt in den überfüllten Shuttlebussen zum Flughafen reibungslos. Dort geht es diesmal nicht zum Terminal, sondern zum Busbahnhof, wo uns ein komfortabler Bus nach Querétaro erwartet.

Nach drei Stunden Fahrt, auf der wir erste Eindrücke von Mexiko sammeln können, steigen wir im Platzregen an unserem Ziel, der 200.000 Einwohner zählenden Stadt Santiago de Querétaro aus. Unsere Kontaktperson Karina empfängt uns herzlich mit einem verschmitzten Lächeln und den Worten: "Momentan ist nun mal Regenzeit!" Sofort organisiert sie Taxis, die uns quer durch die Stadt zu unserer Pension "Meson de Matamoros" bringen.

Nach Bezug der Zimmer sind wir alle neugierig auf die fremde Stadt und lassen uns von Karina ein wenig herumführen. Beim Abendessen lernen wir auch einige der Austauschschüler kennen, mit denen ein Teil der Gruppe sogleich das Nachtleben Queretaros erkundet. Dabei dürfen wir das traditionelle mexikanische Bier kosten: Der salzige und zitronige Geschmack kommt bei den meisten von uns allerdings weniger gut an.

Donnerstag, 19. Juli 2007

Nach dem Frühstück proben wir zunächst in einem Kulturzentrum der Stadt und bereiten uns auf unser erstes Konzert in der Universität vor. Diego, der Schlagzeuger der Reggaeband, mit der wir später noch auftreten werden, fährt uns im Kleinbus geduldig einige Male durch das Verkehrschaos der Großstadt, bis endlich alle Musiker mit ihren Instrumenten die Universität erreichen.

Ausgestattet mit unseren Festival-Poloshirts bringen wir das Konzert routinemäßig hinter uns und freuen uns über die Begeisterung der Studenten und Lehrer. Anschließend gibt es sogar ein deutsches Mittagessen: Schnitzel und Krautsalat.

Nach einer kurzen Verschnaufpause im Hotel verschafft uns Alba, eine der Studentinnen, mit einer ausgiebigen Stadtführung einen guten ßberblick über die Stadtgeschichte und Kultur Querétaros, dessen Innenstadt zum UNESCO-Weltkulturerbe zählt. Besonders stolz führt sie uns zum Wahrzeichen der Metropole, dem bekannten Kloster und Aquädukt, welches von den Spaniern erbaut wurde. Am Abend ruft Ulli das bekannte Stickwort "Ausschwärmen" aus und wir freuen uns über das Programm "Freie Abendgestaltung".

Freitag, 20. Juli 2007

Voller Erwartung auf ein sättigendes Frühstück machen wir uns auf den Weg zum "Café Torrero", sind jedoch verdutzt, als wir vor verschlossenen Türen stehen. Doch Rettung naht: Karina biegt um die Ecke und baut ihren Gartenklapptisch direkt vor dem Hoteleingang auf. Heute ist also mexikanisches Frühstück angesagt: gestampfter Mais in verschiedenen Geschmacksrichtungen und ein Getränk, das eventuell etwas nach Hirse- oder Milchreis schmeckt. Das Essen findet nicht bei Allen gleichermaßen guten Anklang, ist es doch recht ungewöhnlich für europäische Mägen.

Bei der anschließenden Probe mit der Reggaeband im Kulturzentrum vereinen sich südamerikanische und europäische Klänge. Da unsere Musik einige interessierte Zuhörer anlockt, entschließen wir uns zu einem spontanen Konzert, und vor allem das gemeinsame Spielen mit der Band erfreut das Publikum sichtlich.

Beschwingt von unserem Konzerterfolg verbringen wir die folgenden Stunden in unseren Hotelzimmern, um uns auszuruhen. Für die gewünschte Gemütlichkeit sorgt allein schon der Platzmangel in unseren Zweierzimmern, die wir zu Viert bewohnen. Da wird es nachts schon mal kuschelig.

Viel Zeit zum Ausruhen bleibt allerdings nicht, denn schon bald heißt es wieder "raus aus den Betten" zum abendlichen Konzert, das in einem Luxushotel in einem Außenbezirk Queretaros stattfindet. Da sich dieser Auftritt etwas verzögert, fassen wir einen verhängnisvollen Entschluss: Tortillas müssen her, um unsere hungrigen Mägen zu füllen!

Unsere große Freude über das erste mexikanische Essen (es war sehr lecker!) verfliegt jedoch schon während des folgenden Konzerts. Bei einigen treten die ersten Anzeichen von ßbelkeit und Magenschmerzen auf. Wir lassen uns den Spaß am Konzert dadurch nicht nehmen und beim anschließenden Tanz zum Spiel der Reggaeband sind die Beschwerden schon wieder wie weggeblasen.

Wieder im Hotel angekommen, verziehen sich Einige schnell zurück auf ihre Zimmer, während der Rest der Gruppe den Tag in einer nahegelegenen Bar ausklingen lässt.

Sara Gramann


Weiter in Queretáro...

Blick aus dem Hotelzimmer in Mexiko-Stadt
Unsere Pension in Queretaro
Erste Stadterkundung
Eine der vielen Kathedralen
Eine der vielen Kathedralen
Gemeinsames Frühstück
Unser erstes Konzert auf dem Campus
Auch dem Unipräsidenten gefiel unsere Musik!
Stadtrundgang
Kirche Nr. x
Gruppenfoto vor dem Wahrzeichen Queretaros
Enchiladas zum Abendessen
Karina mit einem typisch mexikanischen Frühstück
Spontankonzert im Innenhof des Kulturzentrums
Abendliches Konzert
Raggae-Band
Raggae-Trompeter
Ein anstrengender Tag neigt sich dem Ende entgegen

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