Samstag, 21. Juli 2007

Doch so schnell sollten wir den Tortillas nicht davonkommen: Schon während der Nacht sucht die Fleischfüllung der Tortillas den Weg aus den Mägen, einige müssen sich übergeben und Durchfall ist ebenfalls bei vielen auf dem Vormarsch.

Diejenigen, die am Morgen noch keine Symptome zeigen, machen sich auf den Weg nach San Bernal, eine etwa eine Autostunde von Queretaro entfernte mexikanische Kleinstadt. Doch schon während der Fahrt geht es bei vielen bergab mit dem Kreislauf und allgemeine Übelkeit macht sich breit. Um noch etwas von der schönen alten Kolonialstadt zu sehen, schleichen wir durch die engen Gassen und versuchen, deren Anblick zu genießen. Früh jedoch merken wir, dass die Anstrengung zu groß ist, und wir machen uns daher auf den Weg zu einer Sektkellerei der Firma Freixenet, wo ein Konzert geplant ist.

Da nur etwa die Hälfte der Musiker überhaupt mitgekommen ist und es den Mitfahrenden zusehends schlechter geht, stehen die Chancen auf ein gutes Konzert diesmal nicht bei 100 Prozent. Leider hat es auch unseren Schlagzeuger Freddy in der Nacht erwischt, aber Victor ersetzt das Schlagzeugsolo gekonnt durch Tubaklänge, das Konzert verläuft besser als gedacht und wir freuen uns, die Zuschauer begeistern zu können. Kaum ist der Auftritt geschafft, verflüchtigen sich einige jedoch schnell in den Bus, und nur die Widerstandsfähigsten machen noch eine Führung durch die Sektkeller mit, bevor es so schnell wie möglich wieder zurück ins Hotel geht.

Dort hilft jeder jedem, was die Gruppe noch mehr zusammenschweißt: Man liest sich gegenseitig vor, misst Fieber, kocht Tee und hofft, dass das Übel bald vorbei ist.

Sonntag, 22. Juli 2007

Eine Ausbreitung des fiesen Magen-Darm-Virus sorgt dafür, dass wir heute erneut in einer fast gänzlich veränderten Konstellation nach San Miguel de Allende aufbrechen. Die 120.000 Einwohner zählende Stadt gilt heutzutage als besonders sehenswert, da sie im frühen 19. Jahrhundert ihren ursprünglichen Namen zu Ehren Ignacio Allendes änderte. Dieser in ganz Mexiko bekannte General spielte im Unabhängigkeitskrieg gegen die Spanier eine entscheidende Rolle.

Nach dem Frühstück, bei dem sich fast alle unserer Gruppe auf trockenen Toast beschränken, besichtigen wir das Haus von General Allende, welches heute ein Museum beherbergt, und die eindrucksvolle Kathedrale "Parroquia de San Miguel". Nach Beendigung der Stadtführung haben wir die Möglichkeit auf einem riesigen Kunstmarkt alle landestypischen Dinge zu erwerben: Ob Schmuck oder mexikanisches Spielzeug, Sombreros oder Ponchos, hier findet sich für Jeden etwas. Bevor wir die Rückreise nach Querétaro antreten, fahren wir noch zu einem Aussichtspunkt, von dem wir die ganze Stadt überblicken können.

Da wir alle noch sehr geschwächt sind und die Stadtbesichtigung anstrengend war, sind wir froh, dass an diesen Abend kein weiteres Programm mehr ansteht. Außerdem müssen unsere im Hotel zurückgebliebenen kranken Gruppenmitglieder natürlich  gepflegt und mit Zwieback und Tee versorgt werden.

Montag, 23. Juli 2007

Das heutige Frühstück, Crêpes, sorgt dafür, dass wir uns gut gelaunt am späten Vormittag zu unserem Platzkonzert aufmachen. Dort angekommen, stellen wir jedoch fest, dass sich der kleine Park an einer der meistbefahrenen Straßen Querétaros befindet und außer einigen schlafenden Mexikanern niemand hier ist. Da die Werbung für dieses Konzert anscheinend nicht besonders gut gelaufen ist, entschließen wir uns spontan hier nicht zu spielen, erhalten aber die Genehmigung am Abend auf einem der größten und belebtesten Plätze der Stadt, dem sog. "Plaza del Zorro", aufzutreten.

Die guten Aussichten auf den Abend vertreiben schnell die schlechte Laune über das gestrichene Konzert und die Tatsache, dass wir unsere teilweise doch sehr schweren Instrumentenkoffer wieder einmal umsonst durch die Straßen getragen haben. Bei einem ausgiebigen Stadtbummel genießen wir die freie Zeit am Nachmittag bis wir dann am Abend ein Konzert geben dürfen, das eindeutig das schönste dieser Reise werden sollte.

Wir sitzen auf dem "Plaza del Zorro" in einem Pavillon, umgeben von begeisterten Zuhörern, die zu unseren Liedern tanzen ("YMCA" scheint überall auf der Welt bekannt zu sein) und manchmal sogar mitsingen. Sogar die letzten Kranken unserer Gruppe raffen sich auf, um wenigstens zuzuhören, wenn sie selbst schon nicht mitwirken können.

Unsere Freude über die wundervolle Atmosphäre tröstet über die etwas angegriffene Konstitution einiger Bläser hinweg, und nach mehreren Zugaben sehen wir uns schließlich umringt von vielen Zuhörern, die uns zu dem gelungenen Konzert gratulieren oder Fotos machen. Gut gelaunt und seit Krankheitsausbruch erstmals wieder in Hochstimmung lassen wir den Abend entspannt ausklingen.

Dienstag, 24. Juli 2007

Nach unserem gestrigen Konzert sind wir von einem mexikanischen Dirigenten  angesprochen worden, der mit seinem Orchester und einem Chor für den heutigen Abend ein Kirchenkonzert in Queretaro plant. Da ihm unsere Musik anscheinend sehr gefiel, hat er uns kurzerhand eingeladen, am Konzert teilzunehmen - was Ulli stellvertretend für alle natürlich sofort annahm, denn so eine Chance können wir uns nicht entgehen lassen.

ßber den genauen Beginn des Konzerts herrscht heute Morgen jedoch noch Unstimmigkeit. Keiner weiß, wann es genau stattfinden soll. Da in der "Führungsriege" die Meinung vertreten wird, es sei mittags, machen wir uns völlig unnötigerweise, wie sich später herausstellen sollte, und in Konzertkleidung auf den Weg zu einer großen Kathedrale.

Dort angekommen stellen wir fest, dass wir wohl etwas falsch verstanden haben: Vormittags ist nur Probe und das Konzert selbstverständlich am Abend. So können wir uns entspannt auf die zugegeben etwas harten Kirchenbänke verteilen und einmal anderen Orchestern bei der Arbeit zusehen.

In den freien Nachmittagsstunden vertreiben wir uns die Zeit mit Kofferpacken oder besuchen die für uns ursprünglich einmal vorgesehenen Gastfamilien.

Das geistliche Konzert am Abend hat dann einen ganz anderen Charakter als die vorhergehenden weltlichen Konzerte. Für diesen besonderen Anlass wählen wir sechs Stücke aus unserer Notenmappe aus, die möglichst gut ins Gesamtprogramm passen und gut beim Publikum ankommen. Als wir am Ende mit dem beteiligten mexikanischen Blasorchester ein gemeinsames "Halleluja" aufführen, wird die Kirche von dem Klang der 40-50 Blechbläser vollständig ausgefüllt - und wir sind froh, dass Kirchenmauern sehr dick sind ;-)

Sara Gramann und Svenja Mertelmeyer

 

Weiter nach Teotihuacán...

Hersfelder Zeitung, 25.07.2007: Kaum Zeit für Siesta

Angenehm sonnig ist es in Queretaro im mexikanischen Hochland und etwa 25 Grad warm. Das teilten jetzt Ulli Meiß und Dirk von Sierakowsky per E-Mail aus Mexiko mit. Dort sind sie ...Mehr...

Die (noch) gesunden Ensemblemitglieder in Bernal
Konzert in der Sektkellerei
Am Wegesrand
San Miguel de Allende
Kreuzgang
Berittener Ordnunghüter
Stadtfest in Queretaro
Siesta
Unser Konzert auf dem 'Plaza del Zorro'
Posaunen
Super Stimmung bei den Trompetern!
Dem Publikum gefällt's!
Zwielichtige Gestalten in der Tequilla-Bar
Morgens vor unserer Pension
Morgens über den Dächern der Stadt
Brunnen in Queretaro
Kathedrale
Aufbruch zum letzten Konzert
Unser Auftritt beim Kirchenkonzert
Gemeinsames 'Halleluja' zum Abschluss

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