Im Land der Polken

Es war zweifellos ein außergewöhnliches Bild, dass sich den zahlreichen Konzertbesuchern des jährlichen Blasmusik-Festivals in Zabreh/Tschechien bot: Rund 150 Musikanten, unter ihnen auch 22 Bläserinnen und Bläser aus Bad Hersfeld, hatten sich bei bestem Wetter auf dem Marktplatz versammelt, um mit der böhmischen Polka "Skoda Lasky" den Schlusspunkt unter ein gemeinsames Konzert zu setzen. Noch zuvor hatte jede musikalische Formation für sich alleine ihr Können zum Besten gegeben: das Jugendblasorchester Zabreh, dann eine Konzertkapelle aus Sumperk und schließlich die Bad Hersfelder Bläserinnen und Bläser, die mit ihren gekonnten Vorträgen aus dem Bereich moderner Pop- und Brass-Music einen eindrucksvollen Kontrapunkt setzten in einem überwiegend von traditioneller böhmischer Blasmusik geprägten Konzert. Dies schien nicht zuletzt dem fachkundigen und musikbegeisterten tschechischen Publikum mehr als zu gefallen, nahm doch der Applaus kein Ende, und ein um die andere Zugabe wurde den Waldhessen unter Beifallsstürmen abgetrotzt.

Doch dieses Konzert war nur ein Programmpunkt einer Konzertreise, zu der die Schülerinnen und Schüler am vergangenen Wochenende mit ihrem Leiter Ulli Meiß in den Osten Tschechiens aufgebrochen waren. Dort ist Jugendblasorchester Zabreh beheimatet, das eine Einladung ausgesprochen hatte. Im Mittelpunkt der Fahrt stand neben der Musik sicherlich der Kontakt mit den jugendlichen Musikern des Blasorchesters, die ganz im Sinne der Völkerverständigung auch für die Unterbringung der Gäste in ihren eigenen Familien gesorgt hatten. Und dies bot sich als eine Gastfreundschaft dar, die überwältigend war und schnell zu vielen Kontakten unter den Mitgliedern beider Gruppen führte. "Die menschlichen Erfahrungen, die die Jugendlichen bei einem solchem Projekt mitnehmen, sind von einmaliger Qualität", resümiert Meiß. Musik verbinde im wahrsten Sinne des Wortes die Völker, und beispielsweise im Unterricht als Lerninhalt behandelte Werte wie Toleranz, Weltoffenheit etc. erführen hier ihre reale Beweisprobe.

Ein Schwerpunkt der Reise war der Besuch der Hersfelder Partnerstadt Sumperk (Mährisch-Schönberg). Beim offiziellen Empfang mit anschließendem Besichtigung des Rathausturmes - im übrigen eine Ehre, die nur selten Gästen zuteil wird - konnten Kontakte mit Vertretern der Stadt geknüpft werden. Der Wunsch nach Intensivierung der Kontakte zwischen beiden Städten nun auch auf musikalischer Ebene dürfte dadurch entscheidend an Gestalt gewonnen haben. Nach einer Führung durch die Innenstadt verabschiedeten sich die Hersfelder mit einem etwa einstündigen Platzkonzert vorerst aus Sumperk.

An den übrigen Tagen standen der Besuch eines Wasserkraftwerks im Altvatergebirge, der Besuch eines Jazzkonzerts sowie ein eigenes Freiluft-Konzert im benachbarten Lostice auf dem Programm. Einen besonderen Einblick in die tschechische Kultur konnten die Mitgereisten dann auch am letzten Abend gewinnen, als man sich mit allen Gastfamilien zu einem gemeinsamen Abendessen im örtlichen Saal versammelte. Anläßlich der Walpurgisnacht, die in Mähren traditionell mit Tanz gefeiert wird, gab es anschließend viele Möglichkeiten zum kulturellen Austausch. Leider stand am nächsten Tag aber bereits die Heimreise auf dem Programm, zu der die Jugendlichen nach dem gemeinsamen Konzert am Mittag aufbrechen mussten. Die Bläserinnen und Bläser beendeten die für sie viel zu kurze Reise nach Tschechien allerdings nicht ohne die Hoffnung auf einen baldigen Gegenbesuch in Bad Hersfeld.

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Gruppenfoto vor dem Rathaus von Sumperk
Platzkonzert in Sumperk
'Monsterkonzert' in Zabreh
Markus in der Walpurgisnacht

Hersfelder Zeitung, 05.05.2001: Konzertreise ins Polka-Land

Höhepunkt der viertägigen Konzertreise war die Teilnahme am jährlich stattfindenden Blasmusik-Festival in Zabreh. Das Jugendblasorchester der nordmährischen Stadt hatte die Ein...Mehr...

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