Freitag, 15. Juni 2007

Es war 3.00 Uhr morgens, in einer klaren, milden Sommernacht, als ein Bus in Bad Hersfeld an der Bushaltestelle der Obersbergschulen hielt, um uns in das weit entfernte Zabreh zu bringen. So kam es einem zumindest vor, wenn man per Bus reiste. Es dauerte ca. zehn Stunden bis der Bus, der zuweilen durch Stauaufkommen und notwendige Pausen (nicht, dass wir diese gebraucht hätten...) sein vorläufiges Ziel erreichte: eine verlassene Kreuzung in einem kleinen Dorf in der Nähe von Zabreh, an der eigentlich jemand hätte stehen sollen, der uns zu unserer Unterkunft bringen sollte. Wie Ulli dann durch ein Telefonat mit Standa, unserem langjährigen tschechischen Bekannten aus Zabreh, feststellte, hatten unsere Gastgeber kurz zuvor eine Planänderung vorgenommen (wie wir später noch merken sollten, sollte es nicht die letzte gewesen sein).

Nach einem halbstündigen Umherirren und Befragen der örtlichen Bevölkerung gelang es uns schließlich doch noch den Kindergarten des Dorfes Dolni Studenky zu finden, der für die nächsten Tage unsere Unterkunft sein sollte. Schließlich fanden wir mit dem Kindergarten auch Standa und diejenige Person, die uns eigentlich zum Kindergarten hätte begleiten sollen. Wie dem auch sei, wir waren jedenfalls froh, die lange Busfahrt hinter uns gebracht zu haben, und richteten uns für die nächsten drei Tage gemütlich ein.

Nach einer kleinen spontanen Probe im Freien hieß es dann "Fertig machen zum Konzert". Wir wurden diesmal sogar von zwei Bussen abgeholt, was keiner von uns wirklich verstand -:), aber aufgrund der Klimaanlage, die der zweite Bus eingebaut hatte, fragten wir nicht nach. Kurze Zeit später erreichten wir das Kulturhaus von Zabreh, in dem das Eröffnungskonzert des Musikfestivals stattfinden sollte - neben uns waren noch andere Gruppen aus ßsterreich, Polen und Tschechien angereist. Das Konzert war zunächst nicht ganz so gut besucht, wie wir es uns gewünscht hätten, aber alle Orchester unterstützten sich gegenseitig und lauschten den Vorträgen der anderen Gruppen, sodass der Saal letztlich doch voll besetzt war. Als das Konzert vorbei war, gab es eine kleine Aftershowparty mit leckerem tschechischen Buffet. Bei dieser Gelegenheit tauschten sich auch alle Mitglieder der verschiedenen Orchester und Gruppen untereinander aus, und besonders Ulli ging an diesem Abend in der Aufgabe auf, neue Partnerschaften zwischen Schulorchestern ins Leben zu rufen.

Samstag, 16. Juni 2007

Am nächsten Morgen hieß es für alle um 6.30 Uhr "AUFSTEHEN!!!". Da im ganzen Kindergarten nur eine Dusche vorhanden war und einige nicht so lange warten wollten (bzw. "harte Kerle" waren, wie es später ausgelegt wurde), gab es für diese Herren im Freien eine Ersatzmöglichkeit in Form eines Gartenschlauches, aus dem eiskaltes Wasser kam. Als dann jeder auf seine Weise geduscht hatte, wurden wir mit dem Bus zum Frühstück in die örtliche Schule gefahren.

Frisch gestärkt ging es nach dem Frühstück weiter nach Sumperk. Auf dem Marktplatz gab es ein kleines Platzkonzert, an dem ursprünglich alle Gruppen des Festivals teilnehmen sollten. Dann wurde kurzerhand beschlossen, dass wir doch bereits vor einem Museum aufbauen sollten, dem Ort unseres Platzkonzerts für diesen Tag. Doch leider erreichte uns diese Planänderung ein wenig zu spät. Genau genommen erst, als wir schon mit einer kleinen Besetzung spielbereit vor dem Bürgermeister standen. Nun ließ es sich Ulli auch nicht mehr nehmen "Do Lord", "Joshua and the Battle of Jericho" und "Ragtime" anzuzählen. Anfangs wollte Standa dies noch durch energisches Beflehen Ullis verhindern, sah dann aber schnell ein, dass er keine Chance hatte, und gab sich geschlagen. Dann ging es aber wie eigentlich geplant mit dem Bus zum Museumsplatz von Zabreh, wo wir dieses Mal ein richtiges Platzkonzert gaben und sich auch schon nach kurzer Zeit ein begeistert lauschendes Publikum einfand. Als wir unseren Teil des Konzertes beendet hatten, blieb uns leider nur noch wenig Zeit einem weiteren, uns bis dahin noch unbekannten tschechischen Orchester zu lauschen, weil es sogleich wieder zurück zur Schule zum Mittagessen ging.

Nachdem unser Hunger an diesem Tag zum zweiten Mal gestillt wurde, begab sich ein kleiner Teil unseres  "Kollektivs" zu einem Empfang im Rathaus von Dolni Studenky, wo auch das am Nachmittag und Abend geplante Platzkonzert und das Monsterkonzert im Anschluss besprochen wurden. Diese kleine Gruppe bestand aus Ulli, Dirk und Standa. Der Rest fuhr zu einem großen Supermarkt, wo wir noch Sachen zum Ausspannen und Verpflegung für die Heimreise am nächsten Tag kaufen konnten.

Doch in dieser Situation der Ruhe und Gelassenheit, die jeder sichtlich genoss, bekam Günther plötzlich einen Anruf von Ullis Handy: "Es gab eine kleine Planänderung: Wir sollen in ungefähr einer Stunde auf dem Festplatz das Konzert geben". Natürlich war jetzt mit entspanntem Shopping erstmal Schluss. Alle ´raus aus dem Supermarkt und ab zum Kindergarten, wo die bequemen Jeans gegen die Anzüge umgetauscht wurden und wir auf Ulli, Dirk, Standa und neue Informationen warteten. Als alle beim Kindergarten eintrafen, ging es mit Marschmusik zum ungefähr 1 km entfernten Festplatz, wo der Höhepunkt des Festivals an diesem Abend stattfinden sollte. Dort endlich angekommen, waren wir bereit zu spielen, doch in der Zwischenzeit gab es eine kleine unverhoffte Planänderung. Wir waren im Programm von der dritten an die vorletzte Stelle des Konzerts geschoben worden. Das hieß dann also warten und Däumchen drehen, was nicht so schlimm war, da es genug zu sehen und viele Stände mit tschechischen Köstlichkeiten auf dem Festgelände gab.

Gegen 18:30 Uhr konnten wir dann endlich spielen. Unser Auftritt dauerte ungefähr eine halbe Stunde und wir konnten die Besucher restlos überzeugen, es gab tosenden Applaus! Nach unserem Auftritt und dem darauf folgenden Konzert eines sinfonischen Blasorchesters, dessen Qualität das Staunen aller auf sich zog, begann dann das Finale des Festivals. Alle teilnehmenden Orchester spielten zusammen "Skoda Lasky" und die einzelnen Leiter der verschiedenen Gruppen wurden geehrt. Danach gab es noch eine berauschende Feier mit Tanz, Musik, Feuerwerk. Leider mussten wir bald wieder den Heimweg in Richtung Kindergarten antreten, da wir am nächsten Morgen schon früh aufbrechen wollten.

Sonntag, 17. Juni 2007

Dieses frühe Aufbrechen war dann durch verschiedene Uhrzeiten gekennzeichnet. Es kam ganz darauf an, ob man seinen Koffer schon abends gepackt hatte oder nicht. Nach einer wiederholt erfrischenden Dusche oder einer langen Wartezeit standen wir dann doch alle pünktlich vor dem Kindergarten bereit, um mit dem Bus zum letzten Frühstück in die Schule von Dolni Studenky zu fahren. Hier gab es auch die Gelegenheit zum Verabschieden von den anderen Orchestern des Festivals.

Für die Heimfahrt gestärkt und mit zusätzlichen Lunchpaketen ausgerüstet, fuhren wir an der Schule ab und genossen den folgenden kulturellen Teil unserer Reise. Zuerst fuhren wir mit Standa, der uns begleitete, zur tschechischen Märchenburg Bouzov, in der wir eine ausgedehnte Führung hatten. Die Hausschuhe, die dort jeder vorher verpasst bekam und die entweder dem Schutz des empfindlichen Parkettbodens oder einfach nur zum Sauberhalten dienten, lösten dabei große Heiterkeit aus. Und wie hätte es schließlich anders kommen können? Als die Führung beendet war und wir die Burg verlassen hatten, vernahmen wir die zwei so oft auf dieser Fahrt vernommenen Phrasen "AUF GEHT"S!!!" und "GRUPPENFOTO". Dies durfte natürlich auch vor dieser grandiosen Kulisse nicht augelassen werden!

Nach der Burgbesichtigung ging es weiter zu einem wunderschönen Renaissanceschloss in Litomysil. Beim Besuch des Schlosses wurde gleich über eine mögliche nächste Konzert-Location geredet, denn der Innenhof wurde gerade in eine Art "kleine Stiftsruine" umgebaut. Nachdem wir wieder am Bus angekommen waren, verabschiedete sich Standa von uns und fuhr mit dem Bus wieder zurück in Richtung Zabreh. Unser hervorragender Busfahrer Achim bekam im Schlossgarten noch ein kleines Ständchen gespielt und schon ging es wieder auf den Weg nach Hause. Der kam uns diesmal komischerweise nicht so lang wie der Hinweg vor, was aber auch daran gelegen haben könnte, dass wir im Bus einfach mehr geschlafen haben, weil wir nach diesem anstrengenden Konzertreisenwochenende einfach sehr, sehr müde waren.

Frederik Walendczus

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Hersfelder Zeitung, 22.06.2007: Monsterkonzert als Finale

Die Freude war groß, als die 25 Mitglieder des Blechbläserensembles der Modellschule Obersberg und der Konrad-Duden-Schule mit den Schülerinnen und Schülern des "Dechovy Orches...Mehr...

Eröffnungskonzert des Festivals
Unser Ensemble
Unsere Freunde aus Zabreh
Lubos und Ulli nach dem Konzert
Gemütlicher Ausklang eines anstrengenden Tages
Nur die Harten duschen im Garten
Matrazenlager im Kindergarten
Frühstück in der Schulmensa
Kleine Besetzung vor dem Rathaus von Sumperk
Wir haben viel Spaß beim Platzkonzert in Sumperk!
Trompeten
Zuhörer
'Unsere' Majoretten
Wir marschieren zum Festplatz in Dolni Studenky
Gemeinsames Abschlusskonzert
Schlagzeug und Trompeten
Majoretten
Beim 'Monster-Konzert' spielen wir Skoda Lasky
Auf ein gelungenes Konzert!
Auf eine gelungene Reise!
Auch unsere Jüngsten haben sich tapfer geschlagen!
Spontanes Dank-Ständchen für unseren Busfahrer Achim

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